American Music Awards 2026: BTS dominiert die Nacht
Die südkoreanische Boyband BTS hat bei den American Music Awards (AMA) 2026 einmal mehr ihre weltweite Dominanz unter Beweis gestellt. Die Gruppe wurde von der Jury und den Fans zum „Künstler des Jahres“ gekürt und setzte sich damit gegen eine hochkarätige Konkurrenz durch – darunter Taylor Swift, Lady Gaga, Bad Bunny und Kendrick Lamar. Für BTS ist dies ein weiterer Meilenstein in einer Karriere, die seit ihrem Debüt im Jahr 2013 von Rekorden und Meilensteinen geprägt ist. Die siebenköpfige Band hat nicht nur die K-Pop-Welle in den Westen getragen, sondern auch die Art und Weise, wie Musik global vermarktet und gehört wird, nachhaltig verändert.
Neben dem prestigeträchtigsten Preis der Nacht gewann BTS auch die Auszeichnung für den „Besten Sommer-Song“ mit ihrem Hit „Swim“. Der Track, der im Juni 2025 veröffentlicht wurde, eroberte weltweit die Charts und wurde zum Soundtrack des Sommers 2025. Die Kombination aus eingängigen Beats, poetischen Texten und einer choreografisch aufwendigen Musikvideos sicherte dem Song Millionen von Streams auf allen Plattformen. BTS-Mitglied RM (Kim Nam-joon) bedankte sich auf der Bühne mit den Worten: „Wir sind so dankbar für die Liebe, die wir von ARMY (dem BTS-Fanclub) bekommen. Diese Preise gehören euch.“ Die Band widmete die Trophäen außerdem allen Künstlern, die mit ihrer Musik Barrieren überwinden.
Song des Jahres: „Golden“ aus dem Animationsfilm „KPop Demon Hunters“
Der Preis für den „Song des Jahres“ ging an den Titel „Golden“ – eine kraftvolle Ballade, die Teil des Soundtracks zum Netflix-Animationsfilm „KPop Demon Hunters“ ist. Der Film, der im Dezember 2025 Premiere feierte, verbindet Elemente der koreanischen Mythologie mit modernem K-Pop und wurde von Kritikern für seine innovative Erzählweise gelobt. „Golden“ wurde von einem Team internationaler Songwriter geschrieben, darunter auch Mitglieder der BTS-Produktionsgruppe. Der Song spiegelt die Reise eines jungen Helden wider, der seine innere Stärke findet – ein Thema, das beim Publikum weltweit Anklang fand. Die Auszeichnung unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Filmmusik in der heutigen Popkultur.
Katseye: Newcomer des Jahres und Aufstieg einer neuen K-Pop-Generation
Die Show war auch ein Triumph für eine neue Generation von K-Pop-Künstlern. Die fünfköpfige Girlgroup Katseye wurde als „Newcomer des Jahres“ ausgezeichnet. Die Band, die erst 2024 gegründet wurde, hat sich mit ihrer Mischung aus kraftvollen Vocal-Performances und energiegeladenen Choreografien schnell eine Fangemeinde aufgebaut. Ihre Debütsingle „Starlight“ erreichte innerhalb der ersten Woche über 50 Millionen Streams und katapultierte sie direkt in die globalen Charts. Bei der Preisverleihung traten sie live auf und begeisterten das Publikum mit einer atemberaubenden Bühnenshow. Katseyes Erfolg zeigt, dass der K-Pop weiterhin eine der dynamischsten Musikbewegungen der Welt ist, auch wenn bereits etablierte Acts wie BTS und BLACKPINK die Szene dominieren.
Die Bandmitglieder zeigten sich überwältigt von der Auszeichnung. In ihrer Dankesrede sagten sie: „Wir kommen aus verschiedenen Teilen der Welt und haben einen Traum – Musik zu machen, die Menschen verbindet. Dass wir hier stehen und diesen Preis erhalten, ist ein Zeichen dafür, dass Träume wahr werden können.“ Katseye plant für 2026 eine ausgedehnte Welttournee mit Stationen in Asien, Europa und Nordamerika. Die AMA-Auszeichnung wird ihnen helfen, ihr Publikum noch weiter zu vergrößern.
Sombor: Indie-Wunderkind mit 20 Jahren
Eine der bewegendsten Geschichten des Abends war die des 20-jährigen Indie-Musikers Sombor. Der junge Künstler aus Schweden gewann gleich zwei Preise: den für das „Beste Rock-/Alternative-Album“ und den für den „Besten Rock-/Alternative-Song“ mit seiner Single „Back to Friends“. In seiner Dankesrede sprach Sombor offen über seine Depressionen und die Einsamkeit, die ihn während des Songwritings begleiteten. „Ich habe diesen Song geschrieben, als ich 19 und ganz allein in meinem Schlafzimmer deprimiert war“, sagte er. „Hier zu stehen, hätte ich nie erwartet.“
Sombors Musik zeichnet sich durch rohe Emotionalität und eine einzigartige Mischung aus Indie-Rock und elektronischen Elementen aus. Sein Album „Echoes of Solitude“ wurde von der Kritik als „Meisterwerk der jungen Generation“ gefeiert. Es verbindet intime Texte mit eingängigen Melodien und spricht ein breites Publikum an, das sich in den Themen Selbstfindung und Verletzlichkeit wiederfindet. Sombors Erfolg bei den AMAs ist ein Signal, dass Rock- und Alternativmusik in Zeiten von Pop- und HipHop-Dominanz weiterhin relevant sind. Er ist ein Vorbild für viele junge Künstler, die mit geringem Budget und ohne großen Label-Backing groß rauskommen wollen.
Comeback der Pussycat Dolls mit Busta Rhymes
Ein besonderer Höhepunkt der Show war das Comeback der legendären Girlgroup Pussycat Dolls. Die Band, die in den 2000er-Jahren mit Hits wie „Don‘t Cha“, „Buttons“ und „Stickwitu“ Weltruhm erlangte, hatte sich 2010 getrennt. Für die AMAs 2026 schlossen sie sich jedoch wieder zusammen und performten zusammen mit Rapper Busta Rhymes. Die Performance von „Don‘t Cha“ – in einem überarbeiteten Remix – elektrisierte die Menge und sorgte für einen der meistdiskutierten Momente der Nacht. Die Sängerinnen, allen voran Nicole Scherzinger (46), zeigten unvermindert starke Gesangs- und Tanzqualitäten. Es wurde gemunkelt, dass die Band möglicherweise eine Reunion-Tour für 2027 plant. Die Showmasterin Queen Latifah begrüßte die Pussycat Dolls mit den Worten: „Das ist das Comeback, auf das die Welt gewartet hat.“
Billy Idol: Lebenswerk eines Punk-Pioniers
Eine besondere Ehrung wurde dem britischen Rocksänger Billy Idol zuteil, der den Preis für sein Lebenswerk erhielt. Der 70-jährige Musiker, der in den 1980er-Jahren mit seiner strohblonden Stachelfrisur zum Inbegriff des Mainstream-Punks wurde, blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Hits wie „White Wedding“, „Rebel Yell“ und „Sweet Sixteen“ sind Klassiker, die auch heute noch in Radios und auf Partys laufen. Idol war einer der ersten Künstler, die das neue Medium MTV für sich nutzten – seine provokativen Musikvideos machten ihn zu einem globalen Superstar.
In seiner bewegenden Dankesrede betonte Idol, dass Punkrock nie tot sei: „Punk war immer eine Haltung – die Haltung, gegen den Strom zu schwimmen und sich nicht anzupassen. Ich bin stolz, dass ich mit meiner Musik eine ganze Generation inspiriert habe.“ Er widmete den Preis allen jungen Künstlern, die heute noch rebellische Musik machen. Idol kündigte außerdem ein neues Album für Ende 2026 an. Seine Ehrung bei den AMAs zeigt, dass das Musikbusiness die Pioniere des Rock respektiert und ihnen einen würdigen Platz in der Geschichte einräumt.
Weitere Gewinner und Höhepunkte der Show
Neben den bereits genannten Preisträgern gab es weitere Auszeichnungen: Die kolumbianische Sängerin Karol G wurde als „Beste internationale Künstlerin“ geehrt. Sie hat in den letzten Jahren Lateinamerika und die USA im Sturm erobert und gilt als eine der einflussreichsten Latin-Pop-Künstlerinnen der Gegenwart. Ihre Shows sind bekannt für ihre Energie und ihre Nähe zum Publikum. Durch die Show führte die mehrfach ausgezeichnete Musikerin und Schauspielerin Queen Latifah, die mit ihrer charmanten und souveränen Moderation die Zuschauer begeisterte. Die Show endete mit einer gemeinsamen Performance aller Künstler auf der Bühne, die für Einheit und musikalische Vielfalt stand.
Die American Music Awards 2026 werden in die Geschichte eingehen als eine der abwechslungsreichsten und emotionalsten Preisverleihungen der letzten Jahre. Von den weltweit gefeierten BTS über aufstrebende Talente wie Katseye und Sombor bis hin zu Legenden wie Billy Idol – die Show spiegelte die gesamte Bandbreite der modernen Musik wider. Das Publikum darf gespannt sein, welche Rekorde und Überraschungen das kommende Jahr bringt.