Die Met Gala 2024 stand unter dem Motto „Sleeping Beauties: Reawakening Fashion“ und lockte zahlreiche Stars an, die mit ihren Interpretationen des Dresscodes beeindruckten. Eine der herausragendsten Erscheinungen war erneut Gigi Hadid. Das Supermodel wählte für den roten Teppich eine Kreation von Thom Browne, die nicht nur durch ihre Ästhetik, sondern auch durch den enormen handwerklichen Aufwand beeindruckte. Der Look erforderte über 13.500 Arbeitsstunden von mehr als 70 Personen – eine Zahl, die die Komplexität und Detailverliebtheit der Mode unterstreicht.
Das Ensemble bestand aus einem schulterfreien weißen Korsettkleid mit ausgestellter Hüfte, das unter einem weißen Seidenmoiré-Mantel mit schwarzen Kanten aus Duchesse-Satin getragen wurde. Der Mantel war mit gelben, handgefertigten 3D-Rosen aus Stoff verziert, die an einen verwunschenen Garten erinnerten. Thom Browne selbst beschrieb den Look als eine Hommage an die Zerbrechlichkeit und die immense Arbeit, die in der Ausstellung von Andrew Bolton im Metropolitan Museum of Art zum Ausdruck kommt. „Es ist ein Privileg, Gigi dabei zuzusehen, wie sie zum Leben erwacht“, sagte Browne. „Ihr Look sollte die Fragilität und die Handwerkskunst verkörpern, die auf dem Teppich und im Museum erblühen.“
Die Entstehung des Looks
Der Aufwand für die Herstellung des Outfits war gewaltig. Allein für den voluminösen Rock des äußeren Mantels benötigte ein 40-köpfiges Team mehr als 8.500 Stunden für die Stickereien. Die gelben Rosen mit Dornenapplikationen wirkten wie kunstvoll über den Stoff verstreut. Das darunterliegende Korsettkleid erforderte ebenfalls hohen Einsatz: Ein Team von 20 Kunsthandwerkern verbrachte rund 5.000 Stunden damit, 2,8 Millionen Mikroperlen von Hand auf das Kleid zu sticken. Jede Perle wurde sorgfältig platziert, um einen leuchtenden, fast magischen Effekt zu erzeugen. Hadid zeigte sich bei der finalen Anprobe tief beeindruckt: „Allein eine Rose meines Outfits ist ein Kunstwerk – die vielen Stunden und die Arbeit der Menschen, die in dieses Kleid geflossen sind, sind kaum zu fassen. Es ist eine Ehre, diese Kreation präsentieren zu dürfen.“
Die Stylistin Mimi Cuttrell ließ sich von Gartenstatuen inspirieren, die von Pflanzen umhüllt sind. „Ich arbeite sehr visuell, daher ist Pinterest ein großartiges Werkzeug, um Bilder zu finden, die bei der Zusammenstellung des perfekten Looks helfen“, erklärte sie. „Wir haben uns auf Statuen und strukturierte Steinsäulen in einem Garten mit Ranken und floralen Details konzentriert. Alte italienische Gärten dienten als Referenz. Besonders die Reflexion des Lichts in wunderschönen Gelbtönen auf dem Stein inspirierte mich, gelben Schmuck für den Look zu wählen.“ Das Ergebnis war eine harmonische Verschmelzung von Couture und Natur, die wie aus einem Märchen wirkte.
Gigi Hadids Met-Gala-Geschichte
Hadid besuchte die Met Gala erstmals im Jahr 2015, damals unter dem Motto „China: Through the Looking Glass“ in einem feuerroten Kleid von Diane von Furstenberg. Seitdem hat sie sich immer wieder als Stilikone erwiesen, die den Dresscode stets auf erfrischende Weise interpretiert, ohne auf ihren persönlichen Stil zu verzichten. In den folgenden acht Galas zeigte sie sich in einem ausladenden burgunderroten Puffermantel von Versace, einem vogelähnlichen Anzug von Michael Kors Collection oder erweckte ihre innere Jessica Rabbit in Prada. Jeder Look war ein Statement für die Verbindung von Mode und Kunst, die das Event auszeichnet. Hadid selbst bezeichnet die Met Gala als ihren „Lieblingsabend des Jahres“: „Es ist ein bisschen wie unser Abschlussball. Hier können wir Spaß haben und ein bisschen verrückt werden. Wir verstehen es nicht als Job, sondern als gemeinsames Schaffen und als Spendenaktion für das Museum. Es ist jedes Jahr aufregend zu sehen, wie verschiedene Kreative das Thema aufgreifen.“
Die Met Gala 2024 war gleichzeitig eine Hommage an die Vergänglichkeit der Schönheit, wie sie im Thema „Sleeping Beauties“ anklingt. Gigi Hadids Look vereinte auf eindrucksvolle Weise die Handwerkskunst der Haute Couture mit der Symbolik eines erwachenden Gartens. Die 3D-Rosen, die filigranen Stickereien und die aufwändige Perlenarbeit machten das Kleid zu einem Unikat, das nach der Gala im Archiv von Thom Browne seinen Platz fand. Für Hadid war es mehr als ein Outfit – es war eine Hommage an die Kunst der Mode und die vielen Hände, die daran mitgewirkt haben.
Insgesamt unterstreicht der Auftritt von Gigi Hadid einmal mehr, warum die Met Gala als das wichtigste Modeereignis des Jahres gilt. Hier wird Mode nicht nur getragen, sondern als Ausdruck von Kreativität, Handwerk und Geschichte zelebriert. Der Look von Hadid wird sicherlich in die Annalen der Gala eingehen – nicht nur wegen seiner Schönheit, sondern auch wegen des bemerkenswerten Einsatzes von über 70 Personen, die Tausende von Stunden investierten, um dieses Meisterwerk zu schaffen. Die gelben Rosen, die Mikroperlen und das edle Material fügten sich zu einem Gesamtkunstwerk, das sowohl das Met-Motto als auch die Vision von Thom Browne perfekt umsetzte. Hadid selbst betonte die Bedeutung des Moments: „Ich schreite mit diesem Gedanken über den Teppich. Ich bin sehr stolz auf dieses Werk.“
Source: Vogue Germany News