Die New York Knicks haben es geschafft: Zum ersten Mal seit 27 Jahren steht das Team aus dem Big Apple wieder im Finale der National Basketball Association (NBA). Mit einem deutlichen 130:93-Auswärtssieg gegen die Cleveland Cavaliers am Montagabend (Ortszeit) entschieden die Knicks die Eastern Conference Finals mit einem 4:0-Sweep für sich. Die „best of seven“-Serie endete damit bereits nach vier Spielen, was die Überlegenheit der Knicks in dieser Playoff-Phase unterstreicht. Die treuen Knicks-Fans warten seit 1973 auf den insgesamt dritten NBA-Titel – nach den Erfolgen von 1970 und 1973. Nun haben sie wieder Grund zu hoffen.
Das entscheidende vierte Spiel war eine klare Angelegenheit. Bereits im zweiten Viertel setzten sich die Gäste mit einem beeindruckenden 20:0-Lauf ab und führten 50:26. Die Cavaliers fanden nie wieder zurück ins Spiel. „Wir haben von Anfang an den Ton angegeben“, sagte Knicks-Coach Mike Brown nach der Partie. „Die Verteidigung war herausragend, und in der Offensive haben wir die richtigen Entscheidungen getroffen.“ Brown, der bereits 2007 mit den Cavaliers in den Finals stand, erreichte damit zum zweiten Mal als Cheftrainer die NBA-Finals.
Top-Leistungen von Towns und Brunson
Karl-Anthony Towns war mit 19 Punkten und 14 Rebounds der Topscorer der Knicks in diesem Spiel. Der 30-jährige Center, der 2015 als erster Pick gedraftet wurde und seit 2024 in New York spielt, zeigte einmal mehr seine Klasse unter dem Korb. „Ich habe das Gefühl, dass das Wort ‚Hoffnung‘ schon lange nicht mehr mit dem Namen der New York Knicks verbunden war. Dass ich Teil dieses Teams sein darf, das den Fans diese Hoffnung zurückgibt, ist etwas ganz Besonderes“, sagte Towns nach dem umjubelten Aufstieg.
Noch glänzender war die Bilanz von Jalen Brunson, der zum wertvollsten Spieler (MVP) der Serie gewählt wurde. Der Point Guard erzielte im Schnitt 25,5 Punkte und 7,8 Assists pro Spiel. Brunson, der 2022 als Free Agent von den Dallas Mavericks zu den Knicks wechselte, hat sich schnell zu einem Führungsspieler entwickelt. „Er ist unser Anführer auf dem Court“, lobte Teamkollege Josh Hart. „Seine Entscheidungen im Pick-and-Roll sind phänomenal, und er hebt das gesamte Team.“
Mit elf Playoff-Siegen in Folge stellten die Knicks zudem einen Franchise-Rekord auf und egalisierten die drittlängste Siegesserie in einer NBA-Postseason. Die Serie begann mit dem 4:2-Erfolg über die Atlanta Hawks in der ersten Runde, setzte sich mit einem 4:0 gegen die Detroit Pistons in der zweiten Runde fort und gipfelt nun im Sweep gegen Cleveland. Die Knicks sind damit das erste Team seit den Golden State Warriors 2017, das die ersten drei Playoff-Serien ohne eine einzige Niederlage gewann. „Das ist eine außergewöhnliche Leistung“, sagte ESPN-Analyst und ehemaliger NBA-Spieler Kendrick Perkins. „Dieses Team hat eine mentale Stärke, die an die großen Dynastien erinnert.“
Historischer Kontext: Das lange Warten der Knicks-Fans
Für die New York Knicks und ihre leidenschaftliche Fangemeinde bedeutet dieser Finaleinzug das Ende einer langen Durststrecke. Das letzte Mal, dass die Knicks in der Endspielserie standen, war 1999, als sie in einem lockout-verkürzten Jahr als Achtplatzierter überraschend bis ins Finale kamen. Dort trafen sie auf die San Antonio Spurs, die von Tim Duncan und David Robinson angeführt wurden. Die Knicks unterlagen damals mit 1:4 – ihr bis dato letzter Finalauftritt. Noch weiter zurück liegt der letzte Titelgewinn. 1973 besiegten die Knicks die Los Angeles Lakers in fünf Spielen und holten die zweite Meisterschaft der Teamgeschichte (nach 1970). Willis Reed, Walt Frazier und Bill Bradley wurden damals zu Legenden. Seitdem haben die Fans auf eine Rückkehr an die Spitze gewartet.
In den folgenden Jahrzehnten gab es immer wieder Hoffnungsschimmer: 1994 erreichten die Knicks unter Pat Riley das Finale, verloren aber in sieben Spielen gegen die Houston Rockets. 1999 war das nächste und bis jetzt letzte Finale. Danach versank das Team in einer Talfahrt, geprägt von schlechtem Management und enttäuschenden Saisons. Erst unter Präsident Leon Rose und Coach Mike Brown begann der Aufschwung. „Wir haben eine Kultur aufgebaut, die auf harter Arbeit, Selbstlosigkeit und Vertrauen basiert“, erklärte Brown. „Die Spieler haben sich diese Chance verdient.“
Prominente Fans feiern mit
Der Erfolg der Knicks wird auch von prominenten Fans gefeiert, die das Team seit Jahren unterstützen. In der Arena in Ohio waren unter den mitgereisten Anhängern Regisseur Spike Lee, Schauspieler Tracy Morgan und der Oscarnominierte Timothée Chalamet zu sehen. Alle drei sprangen nach dem Spiel vor Freude in die Höhe und ließen sich von den Spielern abklatschen. Spike Lee, der seit Jahrzehnten Dauerkartenbesitzer im Madison Square Garden ist, sagte gegenüber Journalisten: „Es ist ein Traum, der wahr wird. Diese Jungs haben so hart gearbeitet. Jetzt müssen wir den letzten Schritt machen.“
Auch andere Prominente äußerten sich in den sozialen Medien. Schauspielerin und Knicks-Fan Jennifer Lawrence postete auf Instagram: „Let‘s go Knicks! Endlich wieder im Finale!“ Der Rapper Jay-Z, selbst ein bekennender Fan, schrieb auf X: „New York ist zurück. Holt den Titel!“ Die Unterstützung der Stars unterstreicht die besondere Bedeutung des Knicks-Erfolgs für die Stadt New York.
Der Weg ins Finale: Die Playoff-Leistung der Knicks
Die Knicks zeigten in den Playoffs eine beeindruckende Dominanz. In der ersten Runde besiegten sie die Atlanta Hawks mit 4:2. Dabei überzeugten sie besonders in der Offensive mit einer durchschnittlichen Punktausbeute von 118,7 pro Spiel. In der zweiten Runde trafen sie auf die Detroit Pistons, die sich zuvor gegen die Orlando Magic durchgesetzt hatten. Die Knicks gewannen auch diese Serie mit einem Sweep (4:0) – ein Novum in der Franchise-Geschichte. „Wir haben in jeder Runde eine Steigerung gezeigt“, resümierte Assistenzcoach Johnnie Bryant. „Die Spieler haben die Gameplans perfekt umgesetzt.“
In den Eastern Conference Finals gegen die Cleveland Cavaliers erwartete viele Experten eine härtere Gegenwehr. Die Cavaliers hatten in der ersten Runde die favorisierten Toronto Raptors besiegt und galten als formstark. Doch die Knicks ließen nichts anbrennen. Mit einer aggressiven Verteidigung und einem schnellen Umschaltspiel überrollten sie Cleveland in vier Spielen. „Wir haben ihnen keine Chance gelassen“, sagte Forward Mikal Bridges. „Jeder wusste seine Rolle, und wir haben sie perfekt ausgeführt.“
Der Finalgegner: Oklahoma City Thunder oder San Antonio Spurs
Im NBA-Finale werden die Knicks auf den Titelverteidiger Oklahoma City Thunder oder die San Antonio Spurs treffen. In der Western Conference Finals steht es nach vier Spielen 2:2. Die Serie ist völlig offen. Die Thunder, angeführt von Shai Gilgeous-Alexander, haben in den letzten Jahren eine Dynastie aufgebaut. Sie gewannen 2024 die Meisterschaft und sind auch in dieser Postseason stark. Die Spurs hingegen sind ein junges Team um Superstar Victor Wembanyama, das mit einer Mischung aus Athletik und Erfahrung überrascht. Die Spurs hatten 1999 die Knicks im Finale besiegt – eine historische Bürde, die New York ablegen will. „Es spielt keine Rolle, wer der Gegner ist. Wir werden bereit sein“, sagte Jalen Brunson selbstbewusst.
Die Finalserie startet voraussichtlich am 5. Juni 2026. Die Knicks haben aufgrund ihrer Bilanz im ersten Spiel Heimrecht im Madison Square Garden. Die Arena wird wie schon in den Playoffs ausverkauft sein und für eine elektrisierende Atmosphäre sorgen. Die New York Knicks stehen vor der Chance, nach 53 Jahren endlich wieder die NBA-Krone zu erringen. Der Traum der Fans könnte wahr werden – und das Team ist bereit, Geschichte zu schreiben.
Source: sport.ORF.at News