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Liveblog: Krieg gegen die Ukraine: Mehrere Verletzte durch russische Luftangriffe auf Odessa und Dnipro

May 18, 2026  Twila Rosenbaum  3 views
Liveblog:                     Krieg gegen die Ukraine: Mehrere Verletzte durch russische Luftangriffe auf Odessa und Dnipro

Angriffe auf Odessa und Dnipro

In der Nacht zu Sonntag hat Russland erneut Luftangriffe auf mehrere ukrainische Städte durchgeführt. Besonders betroffen waren die Hafenstadt Odessa im Süden und die Industriestadt Dnipro im Südosten. Nach offiziellen ukrainischen Angaben wurden insgesamt elf Menschen verletzt, darunter zwei Kinder. Die Angriffe erfolgten mit einer Kombination aus Kamikaze-Drohnen und Raketen.

In Odessa trafen die Drohnen Wohngebäude, eine Schule und einen Kindergarten. Der Leiter der örtlichen Militärverwaltung, Serhij Lyssak, berichtete auf Telegram von einem elfjährigen Jungen und einem 59-jährigen Mann, die Verletzungen erlitten. Rettungskräfte suchten nach weiteren möglichen Opfern unter den Trümmern. Die Feuerwehr konnte mehrere Brände löschen, die durch die Einschläge ausgelöst worden waren. Die Stadt Odessa, ein wichtiger Hafen für die ukrainische Getreideausfuhr, wird immer wieder Ziel russischer Angriffe.

In Dnipro hingegen kamen Raketen zum Einsatz. Gouverneur Oleksandr Hanscha teilte mit, dass mehrere Gebäude beschädigt wurden, darunter ein Hochhaus und ein Lager für Pyrotechnik. Durch die Raketeneinschläge brachen mehrere Brände aus, die von der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden mussten. Neun Menschen wurden verletzt, unter ihnen ein zehnjähriger Junge. Die Stadt Dnipro, ein bedeutendes Industriezentrum und Verkehrsknotenpunkt, ist seit Kriegsbeginn immer wieder Ziel russischer Bombardements.

Russische Gebiete ebenfalls betroffen

Auf russischer Seite wurden in der Nacht ebenfalls Drohnenangriffe gemeldet. Im südlichen Gebiet Rostow, das an die Ukraine grenzt, teilte Gouverneur Juri Slyusar mit, dass mehrere Drohnen abgeschossen wurden. Besonders betroffen war die Hafenstadt Taganrog am Asowschen Meer. In den sozialen Medien kursierten Berichte über Explosionen, die unabhängig nicht überprüfbar sind. Offiziell gab es zunächst keine Angaben zu Opfern oder Schäden.

Die russischen Luftabwehrsysteme waren auch in der Region Moskau im Einsatz. In der Nacht zu Sonntag war die Ukraine nach Behördenangaben mit einem ihrer bisher größten Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt gestartet. Laut Gouverneur Andrej Worobjow kamen dabei mindestens drei Menschen ums Leben, zwei Männer in einem Dorf nordöstlich von Moskau und eine Frau in der Ortschaft Chimki. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, dass bis zum frühen Morgen 64 Drohnen über der Stadt abgeschossen worden seien. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Hintergrund des Konflikts

Der Krieg gegen die Ukraine dauert nun bereits über drei Jahre an. Russland führt seit Februar 2022 einen großangelegten Angriffskrieg gegen das Nachbarland. Die Ukraine verteidigt sich mit Unterstützung westlicher Staaten. Beide Seiten setzen zunehmend Drohnen ein – sowohl zur Aufklärung als auch für Angriffe. Die Ukraine hat ihre Drohnenproduktion in den letzten Monaten massiv gesteigert und greift immer häufiger militärische und infrastrukturelle Ziele in Russland an. Russland wiederum bombardiert weiterhin ukrainische Städte und zivile Einrichtungen.

Die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen kritisieren immer wieder die Angriffe auf die Zivilbevölkerung. In Odessa und Dnipro wurden durch die aktuellen Angriffe erneut Wohnhäuser, Schulen und Kindergärten getroffen. Dies zeigt, dass die Zivilbevölkerung trotz internationaler Appelle nicht verschont wird. Die ukrainische Regierung wirft Russland vor, gezielt Infrastruktur zu zerstören, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verschlechtern und die Wirtschaft zu schwächen.

Die genauen Schäden und Verletztenzahlen können aufgrund der anhaltenden Kampfhandlungen oft nur schwer überprüft werden. Ukrainische Behörden veröffentlichen regelmäßig Updates, doch unabhängige Journalisten haben nur begrenzten Zugang zu den betroffenen Gebieten. Auch die russischen Darstellungen sind oft widersprüchlich und nicht verifizierbar. In den letzten Wochen gab es immer wieder großangelegte Drohnen- und Raketenangriffe auf beiden Seiten.

Internationale Reaktionen

Die internationale Gemeinschaft hat die Angriffe verurteilt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte eine stärkere Unterstützung durch den Westen, insbesondere mehr Luftabwehrsysteme, um die Städte besser schützen zu können. Er betonte, dass die russischen Angriffe nur durch eine konsequente Sanktionspolitik und militärische Hilfe gestoppt werden könnten. In einer abendlichen Videobotschaft kritisierte er zudem, dass Russland weiterhin Elektronikbauteile aus westlichen Ländern für den Bau von Raketen nutze. Sanktionen würden über Drittstaaten umgangen, was die Produktion neuer Waffen ermögliche.

Der Europarat und mehrere Mitgliedsstaaten haben sich bei einem Treffen in Chișinău auf die Einrichtung eines Sondertribunals für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine verständigt. 34 Länder sowie die EU und Australien unterstützen das Vorhaben. Das Tribunal soll die Lücke schließen, die der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag aufgrund fehlender Zuständigkeit für das „Verbrechen der Aggression“ nicht schließen kann.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich besorgt über die jüngsten Angriffe. Er erklärte gegenüber Journalisten auf dem Rückflug von China, dass die Friedensbemühungen durch die russischen Bombardements gefährdet würden. Trump verwies auf Gespräche mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, die eine Beendigung des Krieges zum Ziel hätten. Allerdings blieb unklar, ob konkrete Schritte vereinbart wurden. Selenskyj forderte eine Bestrafung Moskaus für den jüngsten Angriff auf Kyjiw, bei dem mindestens 24 Menschen getötet worden waren.

Humanitäre Lage

Die humanitäre Situation in den betroffenen Städten bleibt angespannt. In Odessa und Dnipro sind die Krankenhäuser mit Verletzten überlastet. Die Strom- und Wasserversorgung wurde durch die Angriffe unterbrochen, was die Lage für die Bevölkerung weiter erschwert. Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz und die UNO haben ihre Aktivitäten in der Region verstärkt, um die Menschen mit lebenswichtigen Gütern zu versorgen. Dennoch bleibt der Zugang zu vielen Gebieten aufgrund der anhaltenden Kämpfe schwierig.

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Zentrums für Kriegsgefangene kürzlich 528 Leichen mutmaßlich getöteter ukrainischer Soldaten übergeben. Die Identifizierung läuft. Dies zeigt, dass die Kämpfe weiterhin viele Opfer fordern. Gleichzeitig tauschen beide Seiten immer wieder Kriegsgefangene aus, zuletzt jeweils 205 Personen. Solche Austausche sind seltene humanitäre Hoffnungszeichen in dem erbitterten Konflikt.

Die Zivilbevölkerung in den Frontgebieten leidet besonders unter den Angriffen. Viele Menschen haben bereits ihre Häuser verloren und sind auf der Flucht. Die Wintermonate haben die Not verschärft, da die Heizinfrastruktur oft zerstört ist. Die ukrainische Regierung und internationale Partner arbeiten daran, Notunterkünfte bereitzustellen und die Energieversorgung wiederherzustellen. Doch die Angriffe zerstören immer wieder die Fortschritte beim Wiederaufbau.

Militärische Entwicklungen

Neben den Luftangriffen gibt es auch an der Frontlinie im Osten und Süden der Ukraine Kämpfe. Russische Truppen versuchen weiterhin, Gebiete zu erobern, während die Ukraine ihre Verteidigungslinien hält. Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) veröffentlicht regelmäßig Karten, die die Frontverläufe zeigen. Diese werden allerdings nur montags aktualisiert. Derzeit gibt es keine größeren Verschiebungen der Frontlinie.

Im Drohnenkrieg haben beide Seiten neue Technologien eingesetzt. Die Ukraine hat in den letzten Monaten ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien und Militärflugplätze verstärkt, um die russischen Nachschubwege zu stören. Russland wiederum setzt verstärkt auf den Beschuss ziviler Infrastruktur, um die ukrainische Moral zu brechen. Der neu ernannte russische Verteidigungsminister Alexander Skljarenko hat eine Intensivierung der Angriffe angekündigt, um die Kapitulation der Ukraine zu erzwingen.

Die westliche Militärhilfe für die Ukraine umfasst unter anderem Flugabwehrsysteme, Panzer und Munition. Die USA und Europa haben weitere Lieferungen zugesagt, doch die Umsetzung hängt oft von politischen Entscheidungen ab. Besonders die deutsche Regierung steht in der Kritik, zu zögerlich zu handeln. Die Ukraine fordert langfristig einsatzfähige Waffensysteme und mehr Luftverteidigung, um die Städte wirksam zu schützen.

Die Angriffe in Odessa und Dnipro sind daher ein weiteres trauriges Kapitel in einem Krieg, der kein Ende zu nehmen scheint. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, Lösungen für eine friedliche Beilegung des Konflikts zu finden. Doch solange beide Seiten auf militärische Mittel setzen, werden die Zivilisten weiterhin die Hauptlast des Krieges tragen.

Die russischen Angriffe zeigen, dass Moskau weiterhin bereit ist, auch zivile Ziele zu treffen. Die Ukraine dagegen versucht, ihre Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen und gleichzeitig den Druck auf Russland durch Gegenangriffe zu erhöhen. Der Krieg befindet sich in einer Phase der Abnutzung, in der jede Seite versucht, die Oberhand zu gewinnen.


Source: DIE ZEIT News


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